Die Rotationsbürste steigert den Gewinn des Solarreinigers.

So vermeiden Sie schlechte Reinigungsergebnisse und Modulschäden in der Photovoltaik Reinigung.

Die fantastischen Kindergeschichten vom Schlaraffenland, wo man alles mühelos und im Überfluss bekommt, scheint das Gewinnstreben noch heute in besonderem Maße zu beeinflussen. Die Rotationsbürste verspricht traumhafte Quadratmeterleistungen völlig frei von Know-How, Berufserfahrung und Anstrengung. Fakt ist, kein Hammer ist wie der andere. Es gibt für jedes Handwerk und jede Anwendung eine spezielle Ausführung. Ein Hammer in der Hand des erfahrenen Handwerkers kann Nützliches und Kreatives erschaffen. Mit dem Hammer kann auch beschädigt und zerstört werden.

Die fundamentale Kritik an der Rotationsbürste ist nachvollziehbar. Bevor die Verschmutzung überhaupt eingeweicht ist, läuft die Bürste bereits los und entreisst dem Glas den haftenden, langjährig aufgebauten Schmutz. Solargläser sind fast ausschließlich Sicherheitsgläser (thermisch vorgespannt) und somit sehr verkratzungsempfindlich. Nicht vergleichbar mit einem Fensterscheiben-Floatglas.

Soll eine Photovoltaikanlage fachmännisch schadensfrei gereinigt werden, müssen die Verschmutzungen zuerst durch Einweichen mit ausreichend Wasser gelöst werden. Nur der völlig gelöste Schmutz darf abgenommen werden. Dies setzt Bürsten mit geringem Auflagegewicht voraus. Der Borstenbesatz muss speziell geschnitten sein, damit fest haftender Schmutz und grobe Körnung von den Bürstenhaaren durchgelassen werden. Bauartbedingt hat die standardisierte Rotationsbürste eine verstärkte Abrasivität, also Raspel- oder Scheuerwirkung. Besonders die Waschbürsten in der Ausführung sich drehender Tellerbürsten ziehen körnige Stäube wie Scheuersand über das Solarglas.

Die Schadensbilder dieser sogenannten „Grauwasserreinigung“ sind in der Branche wohlbekannt. Wechseln die Gebäudereiniger nicht rechtzeitg das Schmutzwasser im Putzeimer, verkratzen Schmutz und Stäube die Sicherheitsgläser. Diese Tatsache lässt sich von jedermann in den Arztpraxen, Rathäusern und Fitnessstudios an den gläsernen Trennwänden und Treppenaufgängen nachprüfen. Die Grauwasserreinigung und das Herauskratzen von fest haftendem Schmutz ist auf Photovoltaikmodulen grundsätzlich zu unterlassen.

Wird mit zu wenig Wasser gereinigt, oder ist die Umdrehungsgeschwindigkeit zu hoch, reisst der tragende Wasserfilm ab. Die partielle Trockenreinigung hat starke Adhäsionskräfte im Glas zur Folge. Dadurch verschmutzen die Photovoltaikmodule immer schneller. Die Verschmutzung wird stark haftend.

Um kein Aufbrechen von Mikrorissen auf dem Wafer zu provozieren, dürfen vom Reinigungsgerät weder Schläge noch Vibrationen ausgehen

TIPP:
Wassermenge, Umgebungstemperatur, Windstärke, Modulneigung, Verschmutzungsart, Verschmutzungsgrad, Umlaufgeschwindigkeit und Bearbeitungsdauer pro Flächeneinheit müssen vom erfahrenen Maschinenführer individuell und flexibel angepasst werden.

Bewertung:
Rotationsbürsten sind in der schadensfreien Photovoltaik Reinigung aufgrund ihrer Risiken für Modulschäden auf Glas und Wafer nicht empfehlenswert.

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