Leitfaden für die Reinigung von Photovoltaikanlagen

Grundlagen und Hintergrundinformationen

Über uns

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Michael Mattstedt. Ich bin Inhaber eines Handwerksbetriebs für die konsequent ökologische Reinigung und Pflege empfindlicher Materialien. Wir haben die „schadensfreie Solarreinigung“ gemeinsam mit dem Lichtmatrix Laboratorium München seit 1999 entwickelt. Seit 2007 bieten wir die Reinigung von Photovoltaikanlagen als Firma „Ökologische Solarreinigung“ offiziell an.

Unser Ansatz damals wie heute ist: es „richtig“ zu machen, neue Erkenntnisse zu prüfen und ggfs. zu integrieren. Es ist beispielsweise kein Geheimnis, dass die meisten Solargläser aus thermisch vorgespanntem Glas bestehen. Die Verkratzungsproblematik beim Reinigen dieser Gläser ist aus der Architektur und Gebäudereinigung seit Jahren unstrittig bekannt. Und dennoch wird mit riskantem Werkzeug auf den PV-Modulen herumgeschrubbt, sei es aus Ahnungslosigkeit, Vorteilsdenken oder purer Ignoranz.

Zum besseren Verständnis sei erwähnt, dass in der jungen PV-Branche unmittelbar nach der Jahrtausendwende wirklich keiner wußte, was der andere tut. Dem Glashersteller war der hohe Verschmutzungsgrad an den PV-Standorten völlig unbekannt. Der PV-Hersteller dachte nur in technischen Werten, der Vertrieb sprach ausschließlich in Ertragszahlen, der Installationsbetrieb war an der Grenze der Belastbarkeit. Und irgendjemand verbreitete entgegen jeglicher Erfahrung und Vernunft das Märchen von der Selbstreinigung der Photovoltaik-Module. So wurde die „Selbstreinigung der Photovoltaikmodule“ (fast) zur zugesicherten Produkteigenschaft.

Heute gibt es eine Parallelität zur damaligen Zeit. Während man heute aus Erfahrung WEISS, dass PV-Module verschmutzen, wird eine Menge anderer Unsinn über die Reinigung von PV-Anlagen per „String+Copy“ im Internet verbreitet. Denn es ist schon wieder ein lukrativer Markt entstanden.

Im Jahr 2007 hatten wir in der Ökologischen Solarreinigung fast nur landwirtschaftliche, oder gewerbliche Kunden. Das waren Photovotaikstandorte, an denen die Gelderträge wegen verschmutzter Photovoltaikmodule einknickten. Jetzt wurde die PV-Branche förmlich gezwungen Leistungseinbußen durch verdreckte PV-Module zu realisieren. So wurde in den darauffolgenden Jahren langsam bekannt, dass eine PV-Reinigung durchaus Sinn macht. Fachbeiträge in landwirtschaftlichen Zeitschriften und Photovoltaikmagazinen trugen ihren Teil dazu bei. Auch unsere Forschungsergebnisse und Publikationen brachten immer wieder Bewegung in die Branche. Das war alles sehr wichtig für eine wachsende Zahl von verschmutzten PV-Anlagen und deren Eigentümer. Es ging schlicht darum die Wirtschaftlichkeit der „grünen Investitionen“ aufrechtzuerhalten. Man konnte als Besitzer einer PV nun auch offiziell dazu stehen seine Photovoltaikanlage reinigen zu lassen, ohne als Spinner dazustehen.

Die Solarreinigung boomte – überall kamen und gingen die PV-Reinigungsfirmen. Auf der Intersolar mit einer rotierenden Bürste kurz angefixt, gab es viele die am nächsten Tag bereits die nachbarschaftliche PV gereinigt haben. Im Internet wurde kurz mal recherchiert, ein paar Texte kopiert und schon ist man „Marktführer mit einer professionellen PV-Reinigung“.

Normen, Richtlinien und Standards

Was in der Architektur über Jahre hinweg nicht gelang, fand logischerweise auch hier in der PV-Branche nicht statt: es wurde keine DIN-Norm für die fachmännische Reinigung eines Photovoltaikmoduls entwickelt. Trotz Schadensbilder in Milliardenhöhe gelingt es bis heute nicht in der Reinigung von Sicherheitsglas (ESG und TVG) mehr als den Glashobel per Norm auszuschließen. Nach wie vor darf jeder machen was er mag. Hauptsache es geht gut, oder keiner merkt es.

Ziele
Deshalb haben wir im Februar 2011 die Internetseite www.solarreinigung-richtlinien.de eröffnet. Hier geht es darum mangels gesetzlicher Norm einen Leitfaden für den verantwortungsbewußten Handwerker in der Solarreinigung zu publizieren. Der Leitfaden soll die Bearbeitungsschäden bei der Reinigung von Photovoltaikanlagen gegen Null reduzieren. Es geht aber auch darum, dem branchenfremden PV-Eigentümer fachlichen Beistand zu geben. Denn er ist es, der ganz am Schluß das finanzielle Risiko von Bearbeitungsschäden einer nicht-fachmännischen PV-Reinigung trägt.

Gerne möchten wir auch den Modulherstellern Impulse geben. In diesen großen Firmen treffen wir immer wieder Menschen, die als „Entscheidungsträger“ ein persönliches Interesse haben über den branchenüblichen Tellerrand hinauszusehen. Die von den neuen Forschungsergebnissen mit dem Elektronenmikroskop Kenntnis nehmen möchten. Die aus den bisherigen Erkenntnissen „Glaskorrosion durch entmineralisiertes Wasser“ und „Diffundieren von Inhaltsstoffen durch biologisch-reaktive Umgebung“ einen Transfer auf die Handhabungsrichtlinien ihrer eigenen Produkte ziehen wollen. Zum Wohle des Kunden, der für alle investiert hat. In eine saubere Zukunft mit regenerativen Energien.

Ich danke für Ihr Interesse und für Ihre Weiterempfehlung des Leitfadens an interessierte Menschen.
Für Ihre Fragen, Hinweise und Beiträge verwenden Sie bitte unser Kontaktformular.

Mit besten Grüßen
Michael Mattstedt